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Vinyasa Flow Yoga mit Madi

Lesezeit ca.: 4 Minuten

Wildfang auf Yoga-Pfaden

Ich sitze mit Madi an einem Steg an der Alten Donau, die Beine baumeln über dem Wasser, der Wind wirbelt in unseren Haaren und es riecht nach Freiheit. Die Wahlwienerin und Yogalehrerin Madeline Herbig fühlt sich am wohlsten, wenn sie draußen in der Natur, am oder im Wasser ist, hoch in den Lüften an ihrem Gleitschirm hängt oder – auf der Yogamatte steht.

Bevor sie mit Yoga in Berührung kam, war Madi Fußballschiedsrichterin und spielte intensiv Badminton. Dass sie vor keiner Herausforderung zurückschreckt, lässt sich nicht nur an ihren Hobbies, dem Tauchen und Paragleiten, ablesen. Sondern auch daran, dass sie selbst bei -27 Grad Außentemperatur ohne Neoprenanzug ins Meer schwimmen geht.

Vor wenigen Tagen ist die 28-Jährige von einem spontan eingeschobenen Roadtrip in einem Campingvan quer durch Europa zurückgekommen. Bei all der Action in ihrem Leben drängt sich die Frage auf, was Madi denn zum doch eher ruhigen Yoga geführt hat?

Die erste Begegnung mit Yoga

Keine Sinnkrise, sondern schlicht Rückenprobleme läuteten ihren Yoga-Weg ein. Als sich Madi vor einigen Jahren während ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre vom vielen Sitzen den Ischiasnerv eingeklemmt hatte, riet ihr der behandelnde Arzt zu einem dringenden Aufbau der Rückenmuskulatur. Eine klassische Rückenschule war ihr zu langweilig, die Kombination aus muskulärer und seelischer Kräftigung hingegen sprach sie bei Yoga sofort an. Eine wirklich intensive Yoga-Praxis begann sie allerdings erst nach dem Studium. 3-4 Mal pro Woche traf man sie da im Yogastudio an, wo sie hauptsächlich einen fließenden Yogastil praktizierte (Vinyasa Flow), den sie mittlerweile selbst unterrichtet.

Yoga als Wohlfühlort

Yogastudios und -stunden gab es auch damals schon wie Sand am Meer, daher war es für Madi gar nicht so einfach, diesen einen Ort zu finden, wo die Atmosphäre stimmig war, wo man ganz man selbst sein konnte und von niemandem bewertet wurde.

Deshalb ist das auch heute Madis oberste Priorität beim Unterrichten:

„Ich möchte einen Raum schaffen, wo die Leute so hinkommen können, wie sie sich an diesem Tag gerade fühlen und sich dort gut aufgehoben fühlen.“

Mit „aufgehoben“ meint die Yogalehrerin, dass sie als Lehrerin nicht nur die fachliche – physiologische und spirituelle Kompetenz, sondern vor allem auch das Einfühlungsvermögen besitzen muss, um jede/n individuell dort abholen zu können, wo er/sie heute gerade steht:

„Was für mich gar nicht geht, ist eine Massenabfertigung!“

Madi sieht sich keinesfalls als Vorturnerin, die ihr Programm im Frontalunterricht abspult. Egal ob sie Seniorenklassen am Land oder junge StädterInnen in Wien unterrichtet, das Feedback, das sie bekommt, ist nahezu ident:

„Es hat etwas mit mir gemacht!“

Auch wenn es viele im ersten Moment nicht benennen können – dieses „es“ bezieht sich auf ein körperliches und geistiges Freiwerden. Es ist ein Loslassen von alten, oft einschränkenden Bewegungs- und Gedankenmustern. Und es ist die Erleichterung darüber, das eigene permanent laufende und häufig negative Gedankenkarussell, zumindest für eineinhalb Stunden ausmachen und ganz bei sich ankommen zu können. Die Konzentration auf Atmung in Kombination mit fließender Bewegung und einer abschließenden Tiefenentspannung machen das möglich.

Yoga-Hype

Heutzutage gehört Yoga nahezu zum Lifestyle dazu. Wie kritisch sieht Madi diesen Hype? Sie antwortet ohne zu überlegen:

„Ich glaube, dass die Gesellschaft in dieser schnelllebigen Zeit ein wirklich gehyptes und gelebtes Loslassen braucht!“

Die Frage die sich jede/r für sich in der Yoga-Praxis stellen kann, ist, ob es tatsächlich um ein Loslassen geht oder nur darum, andere mit toll aussehenden Yoga-Posen zu beeindrucken:

„Der Fokus von Yoga sollte nicht nach außen gehen. Sondern dahin: Wie fühle ich mich damit? Wie geht’s mir in diesem Moment und welche Position ist jetzt genau die richtige für mich?“

Madi betont, dass sie ihren SchülerInnen jederzeit die Möglichkeit einräumt, Alternativpositionen einzunehmen, wenn der Körper zu verstehen gibt, dass sich eine Position heute oder generell nicht richtig oder gut anfühlt.

Meditieren ist gleich stundenlang im Schneidersitz verharren?

Viele Yoga-Neulinge haben Vorbehalte, sobald Meditation ins Spiel kommt. Das lange Stillsitzen und die davongaloppierenden Gedanken, die sich eben nicht beruhigen oder auf Knopfdruck abschalten lassen, -all das wirkt auf manche auf den ersten Blick wenig erholsam.

Aber wer jetzt denkt, Meditation müsse immer ganz klassisch im Schneidersitz erfolgen, dem entgegnet Madi: “Meditieren und Loslassen kann man auf viele Arten. Es geht um das Wahrnehmen des gegenwärtigen Moments, das Loslassen dessen, was gestern war oder morgen sein wird.”

Madi hat für sich selbst zum Beispiel auch das Tauchen und Paragleiten als eine wertvolle Meditationspraxis schätzen gelernt. Beides erfordert eine absolute Konzentration auf das Jetzt:

„Du musst ganz, ganz präsent in dem Moment sein. Du hast da auch keine andere Möglichkeit. Das ist eine ganz schöne Form des Loslassens, sich der Natur und dem Fluss anzuvertrauen“.

Jedes Mal, wenn Madi am Ende ihrer Yoga-Stunden hört: „Es hat etwas mit mir gemacht“, muss sie schmunzeln. Erst die unmittelbare eigene Yoga-Erfahrung – dieses Ankommen im Jetzt – lässt einen verstehen, was es mit diesem vermeintlich diffusen Satz auf sich hat und warum den Yoga-SchülerInnen nach der Stunde so viel Freude und Leichtigkeit ins Gesicht geschrieben ist.

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